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Das Nharo Museum ist geschlossen.

Erklärung

Wir bedauern es sehr, aber wir müssen leider das Lebende Museum der Nharo-San schließen, was sich auf der Airport Gästefarm von Uwe Trümper befand.

Das Museum wurde nach einer Idee von Werner Pfeifer und einigen Ju/’Hoansi aus dem Lebenden Museum in Grashoek im Februar 2010 initiiert und gegründet. Eine Gruppe Ju/’Hoansi wollte gern in der Nähe von Windhoek arbeiten und einigen Nharo-Buschleuten die Möglichkeit geben, ein eigenes Lebendes Museum aufzubauen. Die Idee und das Museum wurden von der Living Culture Foundation Namibia gefördert und unterstützt.

Der Ansatz dieses Museum war es, eine Bildungs- und Kulturinstitution nicht nur für Touristen, sondern auch für namibische Studenten und Schüler zu sein, sowie für Windhoeker, die nicht die Möglichkeit haben, weit zu reisen, um eins der anderen Lebenden Museen zu besuchen, um die faszinierende Kultur der  Buschleute auf Augenhöhe kennen zu lernen. Wir bekamen in dieser Hinsicht auch viele positive Reaktionen, besonders bei der Kooperation mit der Universität von Namibia (UNAM) und TUCSIN, dem University Centre for Studies in Namibia. Auch viele Schulkinder haben den Ausflug zum Nharo Museum sehr genossen.

Im September fanden wir eine Gruppe Nharo, die am Konzept des Lebenden Museums Interesse zeigten. Sie wurden in der Folgezeit von den Ju/’Hoansi in traditionellen Fertigkeiten trainiert, so lernten Sie unter anderem die traditionelle Fellgerbung, das Herstellen von Waffen und Werkzeugen, etc. Jedoch stellte sich kurz darauf heraus, dass die Mehrzahl der Ju/’Hoansi in ihr Dorf in der N#a Jaqna Conservancy, östlich von Tsumkwe zurückkehren wollten und die Nharo-San, die die Chance hatten, das Lebende Museum nun zu übernehmen, entschieden sich dagegen und kehrten ebenfalls zurück in ihre Dörfer. Eine andere Familie konnte gefunden werden, jedoch mussten diese nach nur zwei Wochen Arbeit im Museum zu einem Begräbnis in ihr 800 km entferntes Dorf zurückkehren und ließen das Museum für anderthalb Wochen leer zurück.

Letztendlich müssen wir nun einsehen, dass das Konzept des Lebenden Museums wirklich ein Gemeinschaftsbasiertes (Communiyt based) Konzept ist. Ein Lebendes Museum kann nur erfolgreich funktionieren, wenn es die Projektgruppe aus sich selbst heraus erschafft, was es natürlich auf privatem Farmland sehr schwierig macht, weil es wenig Unterstützung der erweiterten Familie (extended family) gibt und die Projektgruppen abhängig vom Farmer sind. Aus verständlichen Gründen ist die Zahl der auf einer Farm arbeitenden Menschen limitiert, ein Fakt der die Umsetzung eines Lebenden Museums sehr schwierig macht, da die Community bei Ausfällen nicht einspringen kann und die Projektgruppe auch irgendwann Heimweh bekommt. Aus diesen Gründen fehlte es dem Lebenden Museum der Nharo-San zum Ende hin zugegebenermaßen an Enthusiasmus, den wir stets bei unseren anderen Projekten erleben konnten und ohne den ein Lebendes Museum einfach nicht funktionieren kann.

Uwe Trümper und seine ganze Familie unterstützen das Projekt nach Kräften und wir danken allen von der Airport Gästefarm für die Zusammenarbeit und für die Möglichkeit, auf der Farm ein Lebendes Museum zu etablieren. Uwe war immer daran interessiert, die Tradition und Kultur der San Besuchern näher zu bringen und die Gruppe der Ju/’Hoansi und Nharo zu unterstützen.

Die Schließung des Lebenden Museum ist eine große Enttäuschung für alle Involvierten und ein herber Rückschlag für die Arbeit der Living Culture Foundation Namibia. Hoffentlich ist diese Erfahrung ein Weg, unser Konzept und die Menschen, mit denen wir arbeiten besser zu verstehen.

Ein großes Dankeschön an alle, die das Projekt unterstützt und Freude daran gehabt haben, die Kultur der Buschleute im Nharo Museum kennen und verstehen zu lernen.

Sebastian Dürrschmidt
Living Culture Foundation
Namibia

 

Nharo Museum

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