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LCFN News Archiv News 2010 Juni

News 2. Quartal 2010

Liebe Freunde der LCFN

In Deutschland ist noch Sommerpause, hier auf der Südhalbkugel drehen sich die Dinge immer schneller, zumindest bei der LCFN in Namibia. Waren wir noch Ende 2009 eine Organisation mit 2 bestehenden Lebenden Museen und etwa fünf in Entwicklung befindlichen Projekten, so betreuen wir mittlerweile fünf Museen und haben 7 Projekte in Entstehung sowie eine ganze Anzahl weiterer Nachfragen.

Nun ist es mal wieder höchste Zeit, Sie, liebe Interessierte, darüber zu informieren, was bei uns im letzten Jahr alles passierte!


Doppelworkshop Khwe / Kavango

Das Ergebnis des Workshops bei den Khwe: 2 traditionelle Kostüme für das entstehende Lebende Museum. Im Mai 2009 konnten wir mit dem damaligen kulturellen Workshop von Damara und Ju/’Hoansi-San einen großen Erfolg feiern (wir berichteten ausführlich im LCFN Newsletter 2009-02, nachzulesen auf unserer Website). In diesem Workshop ging es darum, dass die Ju/’Hoansi den Damara, die große Teile ihrer Kultur vergessen hatten, als Trainer zu Hilfe kamen, um spezielle traditionelle Techniken wieder zu erlernen. Dieser Workshop gab den letzten Anstoß zur Vollendung des Lebenden Museums der Damara, welches im Februar 2010 eröffnet werden konnte und seit dem sehr erfolgreich die traditionelle Kultur der Damara vermittelt.

Daraufhin waren wir von dem Konzept dieser interkulturellen Workshops so überzeugt, dass wir nun einen Doppelworkshop für zwei Projekte im Norden organisierten.

Zusammen mit N!ani Kashe, einem der besten traditionellen Jäger aus dem Grashoek - Museum und seiner Frau Anna Kxao besuchten wir Mitte Juli die entstehenden Lebenden Museen der Khwe und Kavango. Im Mittelpunkt dieser Workshops sollte die Herstellung von Fellen, Kleidung, Schmuck und traditioneller Ausrüstung stehen. Natürlich sollten sich die Projektgruppen auch ein Bild von den Akteuren aus Grashoek selbst machen und von diesen auf dem Weg zur Errichtung eines Lebenden Museums motiviert werden.

Der erste Workshop fand bei den Khwe statt. In der Nähe des Okavango im kleinen Dörfchen Mutjiku bei Divundu lebt eine Gruppe Khwe (oder Kxoe), die uns vor etwas mehr als einem Jahr kontaktierte und am Konzept des Lebenden Museums interessiert sind. Die Khwe sind Buschleute, die im Norden Namibias im äußersten Westteils des Bwabwata Nationalparks leben, Ackerbau betreiben und auch sonst stark von der Kultur der Kavango beeinflusst sind. Dennoch haben sie noch ein großes Interesse ihre ursprüngliche Jäger und Sammlerkultur wieder zu beleben und erinnern sich auch noch an viele Teile ihrer Kultur. Nur die schwierige Herstellung von Kleidung, Schmuck und der traditionellen Ausrüstung sind in Vergessenheit geraten. Und genau da setze der Workshop an:

Während Anna anfangs noch etwas zaghaft erschien, freundete sich N!ani sofort mit einigen jungen Khwe an, die er eifrig dazu ermunterte mit ihm nach Jahrtausende alter Methode Feuer zu machen. Kurzum: Der Workshop war ein voller Erfolg. Nach zwei vollen Tagen hatten die Khwe je ein traditionelles Kostüm für einen Mann und eine Frau und einiges an Schmuckstücken hergestellt sowie die nötigen Kenntnisse erworben, um eine volle Ausrüstung zu produzieren.

Die Kavango Gruppe zusammen mit den beiden Trainern N!ani und AnnaAuch der anschließende Workshop bei den Kavango war großartig! Die enorme Bürokratie bei den Kavango verhinderte schnell sichtbare Erfolge beim Aufbau des Museums in einem solchen Ausmaß, dass wir nahe daran waren, dieses Projekt schon zu den Akten zu legen. Kurz vor der absoluten Ernüchterung über fehlenden Fortschritt erreichte uns die Nachricht, dass es nun losgehen kann und die ersten Pfähle für das traditionelle Kavangodorf bereits in der Erde stecken. Da wir ohnehin für den Workshop mit den Khwe eine Strecke von fast 1300 km zurücklegen mussten, entschieden wir zusammen mit unseren beiden traditionellen Trainern, auf der Rückfahrt bei den Kavango halt zu machen und spontan einen weiteren Workshop-Tag dranzuhängen. N!ani, der neben vier weiteren Sprachen auch perfekt Rukwangali, die Sprache der dortigen Kavango spricht, wurde auch sofort mit der Gruppe der Projektträger warm. Besonders die beiden alten Herren der Gruppe, Rudolph Nekongo und Bonifazius Mukuja verstanden sich mit ihm und machten gemeinsam Feuer, Schnur und Felle. Dabei stellte sich heraus, dass diese beiden Alten noch so viel von ihrer Tradition wissen, dass die jüngeren Mitglieder der Projektgruppe aus dem Staunen nicht mehr hinausfanden. N!anis besonderes Talent, die Menschen zu motivieren, zeigte sich auch hier und wir sind sicher, dass dieser Workshop das Engagement der Projektgruppe in entscheidendem Maße beeinflussen konnte.

In diesen beiden Workshops zeigt sich auch einmal wieder der Ansatz der LCFN-Entwicklungshilfe: Entwicklung muss von innen kommen und die besten Entwicklungshelfer sind die Menschen vor Ort selbst, die ein tiefes Verständnis für die Kultur, aber auch für die Probleme ihrer Mitbürger haben. Diese Art der interkulturellen Trainingsseminare sind ein Garant für eine erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung, die mit einem recht geringen finanziellen Aufwand zu bewerkstelligen ist.

Infrastruktur Mafwe Campingplatz

Neue Beschilderung beim Mafwe-Museum und CampingplatzDurch eine Spendenaktion im vorigen Jahr konnten wir knapp 500 € für ein Infrastrukturprojekt im Lebenden Museum der Mafwe einsammeln. Das Ziel war es, den Campingplatz beim Mafwe Museum attraktiver zu gestalten, um mehr Besucher zu dem schönen Platz am Kwando unter Baobab-Bäumen zu locken.

Wir verwirklichten diese Infrastrukturmaßnahme im Juli 2010. Wir kauften in Otjiwarongo eine so genannte „Otji-Toilette“, eine genial konstruierte und kostengünstige Trockentoilette, bei der durch ein spezielles Ventilationssystem, auch mit geringster Wartung keinerlei unangenehme Gerüche entstehen. Diese Toilette installierten wir auch schon bei den Lebenden Museen der Damara und Ju/’Hoansi in Grashoek - nun steht auch eine auf dem Campingplatz der Mafwe. Neben dem Kauf der Toilette besorgten wir weitere Materialien und Gerätschaften zur Pflege des Campingplatzes und sorgten für eine verbesserte Beschilderung beim Mafwe-Museum, denn in naher Zukunft (wir wissen noch nichts Genaues), wird in nächster Nähe zum Museum ein Grenzübergang nach Sambia geöffnet, der Besucher in den dortigen Sioma Ngwezi Nationalpark leiten soll. Da es dort kaum Übernachtungsmöglichkeiten gibt, kann der Mafwe Campingplatz eine attraktive Alternative zu den teuren Lodges in der Umgebung bilden. So kann auf lange Sicht ein höheres Einkommen für den Campingplatz, aber auch für das Lebende Museum der Mafwe durch zusätzliche Übernachtungsgäste ermöglicht werden.

Das Nharo Museum ist umgezogen

Umzug zur Airport Farm: /Kunta Cwisa mit Sohn N//amce im neuen Gelände nah am Internationalen Flughafen.Anfang Juni ist das Lebende Museum der Nharo umgezogen. Von der Farm Okatumba-West, auf der die Ju/’Hoansi- und Nharo-San 3 Monate ihr Lebendes Museum betrieben, sind sie auf die Airport Gästefarm umgezogen. Der Umzug hatte vor allem den Grund, dass weniger Besucher als erwartet nach Okatumba-West gekommen sind. Die Airport Farm mit ihrem laufenden Gästebetrieb bietet da einen anderen Ansatz, zudem befindet sie sich näher an Windhoek und am Internationalen Flughafen.

Henry, der Manager des Lebenden Museums, bemerkt: „Wir danken Anette von Leipzig für ihre Gastfreundschaft und die Möglichkeit, das Nharo Museum auf ihrer Farm Okatumba-West zu starten. Nun sind wir aber froh auf der Airport Farm zu sein, wo wir täglich Gäste empfangen können.“

Auch Uwe Trümper, der Eigentümer der Airport Farm, ist vom Erfolg des Unternehmens und vom Konzept der lebenden Museen überzeugt. Er betont, dass er besonderen Wert darauf legt, dass die Projektträger eigenverantwortlich handeln und ihr Museum selbstständig ohne Einfluss des Farmeigentümers verwalten und weiterentwickeln. Er selbst bringt oft Gäste zu den Buschleuten und ermöglicht es auch /Gao, !Kunta und einigen anderen Jägern des Lebenden Museums, ihn auf Jagden mit europäischen Jagdtouristen zu begleiten. Dies stellt stets einen Höhepunkt für die Ju/’Hoansi- und Nharo-San dar.

Elefantenaufklärung - Elefantenkursus beim Damara Museum

Die Akteure des Lebenden Museums der Damara in „Zivil“ bei einer Elefantenpirschfahrt im Rahmen des EHRA Seminars in Twyfelfontein!Nach unserem letzten Besuch bei dem Lebenden Museum der Damara im Mai 2010 wurde klar, dass die Angst vor den frei herumlaufenden Elefanten ein schwerwiegendes Problem darstellt. Ein Grossteil der Angst vor den Dickhäutern zeugt sicher daher, dass im Laufe der Zeit und mit den Einflüssen der Moderne der Bezug zu der Natur und den Bewohnern nicht mehr so stark ausgeprägt ist, wie es vor einigen Jahrzehnten noch der Fall war. Genau wie der Verlust der eigenen Kultur ist auch in dieser Hinsicht inzwischen viel auf der Strecke geblieben.

Nach langem Überlegen nach einer realistischen Lösung hatten wir schließlich die Idee die Organisation EHRA (Elephant Human Relation Aid) anzusprechen, die seit Jahren im ehemaligen Damaraland tätig ist und versucht, die immer wieder auftretenden Konflikte zwischen Mensch und Elefant in dem Gebiet zu lösen.

Ein Weg der Konfliktlösung ist das kostenlose PEACE Project von EHRA. Hier wird während eines zweitägigen Elefantenkurses das Verhalten der Elefanten und deren Reaktion auf Menschen theoretisch und praktisch den lokalen Bewohnern näher gebracht. Genau das, was wir brauchten.

Dr. Betsy Fox von EHRA erklärte sich auch prompt bereit Ende Juni einen solchen Kursus für die Akteure des Museums und auch für Angestellte der umliegenden Lodges und des Aba Huab Campsites abzuhalten - mit großem Erfolg.

Glücklicherweise hielt sich gerade zu dem Zeitpunkt eine zehnköpfige Herde Elefantenmütter mit Jungen in der Nähe auf. Genau die Elefanten, die am „agressivsten“ sind, da sie ihren Nachwuchs beschützen. Dank der Unterstützung der Twyfelfontein Lodge, die ihren Unimog zur Verfügung stellte, konnte die Herde intensiv beobachtet werden. „Oma und Opa“ vom Museum erzählten dann noch interessante Geschichten, zum Beispiel, dass es zu Zeiten ihrer Eltern diese Konflikte nicht gegeben habe, sondern dass es zwischen Mensch und Elefant sogar eine Form der Kommunikation gab. Die Probleme fingen wohl erst mit dem Ankommen der südafrikanischen Verwaltung an, die viele der Elefanten abschoss und von den Farmen verjagte.

Info - Vitrinen für die Lebenden Museen in Namibia

Die LCFN-Info-Vitrine beim Lebenden Museum der Mafwe!Hin und wieder erhielten wir von Besuchern der Lebenden Museen Rückmeldungen und auch Kritiken, die darauf schließen ließen, dass das Konzept der Lebenden Museen nicht verstanden wurde. Unter anderem hielt man uns einmal vor, die Menschen in den kommunalen Gebieten ins Mittelalter rückversetzen zu wollen oder auch, ihnen Entwicklung zu verweigern und ähnliches. Dass wir genau das Gegenteil erreichen möchten, nämlich den Projektträgern, durch eine Beschäftigung mit der eigenen Kultur einen Weg in die Modern zu zeigen, verstehen zwar die Meisten, aber doch nicht Alle. Ein Grund dafür könnte in der mangelnden Kenntnis der englischen Sprache liegen – einige Besucher können zwar englisch, verstehen aber die Art der Guides, ihr spezielles afrikanisches Englisch zu sprechen, eher schlecht. Oder aber neue Guides in den Lebenden Museen sind noch nicht sicher genug, das Konzept richtig zu erklären und so kann es zu Missverständnissen kommen.

Um dieser Art von Missverstehen vorzubeugen, und gleichzeitig für Interessierte zusätzliche Information über das Entwicklungskonzept und die LCFN zu bieten, entschlossen wir uns, einige Arbeit in den Aufbau von Informationsvitrinen zu stecken. Glücklicherweise war, als die Idee geboren wurde, gerade unser Vereinsmitglied und Tischler Ralf Johänntges zu Besuch bei uns in Windhoek. Als sehr aktives und überzeugtes Mitglied war es für ihn eine Selbstverständlichkeit uns bei der Herstellung von Info-Vitrinen zu helfen. Er fertigte bei einem befreundeten Tischler in einer Windhoeker Werkstatt fünf Vitrinen für unsere fünf Museen an, die wir nun so nach und nach bei unseren Projekttouren aufbauen konnten.

Neben oben genannten Vorteilen hat die Vitrine noch weitere Vorzüge. Sie beinhaltet eine Karte aller bestehenden oder entstehenden Projekte. Wenn sich ein Selbstfahrer nun für ein Lebendes Museum begeistert, hat er die Möglichkeit, sich zu informieren, wo im Lande es noch andere Lebende Museen gibt, um diese eventuell auch noch zu besuchen. Weiterhin enthalten ist ein Schaubild, welches anschaulich das Konzept „Lebendes Museum“ erklärt und Informationen zum Konzept der Living Culture Foundation Namibia. Alle Infos gibt es in Deutsch und Englisch. Die Vitrine wird mit einer Plexiglasscheibe verschlossen und durch ein traditionelles Dach vor Sonneneinstrahlung und Regengüssen geschützt. Für eine tolle Optik werden die Vitrinen mit Pflanzen und Hölzern aus dem Busch dekoriert.

Ein Lebendes Museum in Südafrika?

Bei den #Khomani in Südafrika: Viele Herausforderungen und viele Chancen bei der möglichen Entwicklung eines Projektes im Kgalagadi Transfrontier Nationalparks.Im September 2009 bekamen wir im LCFN Büro Besuch von Ed Humphrey, einem erfahrenen englisch-australisch-namibischen Entwicklungsberater, der sich das Lebende Museum von Grashoek angeschaut hatte und es für das beste kommunale Entwicklungsprojekt hält, was er je gesehen hat. Seine Aufgabe war es über mögliche Kooperationen nachzudenken, die das Konzept des Lebenden Museums auch für andere Teile Namibias und Afrikas möglich machen sollten.

Im April 2010 hatten er und die südafrikanische Organisation African Safari Lodge Foundation (ASLF) uns dann eingeladen, einige Projekttreffen südlich des Kgalagadi Transfrontier Nationalparks in Südafrika zu gestalten und den dort lebenden #Khomani-San unser Konzept vorzustellen. Nach dem Erfolg, den wir 2009 damit verzeichneten, dass wir bei Projekttreffen hin und wieder von Akteuren aus den Lebenden Museen begleitet wurden, war eigentlich klar, dass dies auch hier von Vorteil sei und die ASLF, die die ganze Projekt-Tour bezahlte, war von der Idee auch begeistert! Unser Team bestand also aus Werner Pfeifer, den Buschmann-Entwicklungsbeauftragten /Gau N!aici und Erina //ari und mir, Sebastian Dürrschmidt.

Nach einer Woche voller Projekttreffen, bei denen wir einen guten Eindruck von der Situation der #Khomani bekommen hatten, konnten wir folgendes Fazit ziehen:

1. Kulturverlust: Es gibt einen fast kompletten Sprachverlust bei den #Khomani-San. Traditionelle Fähigkeiten besitzen nur noch sehr wenige. Wenn nicht jetzt etwas unternommen wird, die Kultur zu retten, so ist es ab der nächsten Generation bereits zu spät.

2. Herausforderungen: Es gibt innerhalb der Community sowohl ein großes Alkoholproblem als auch Probleme mit Dagga (Marihuana). Insgesamt gibt es fünf Großfamilien, die untereinander teils zerstritten sind. Bei den #Khomani gab es bereits viel finanzielle Hilfe von außen durch Schenkung von Geldern etc. – in solchen Communities wird der Aufbau eines Lebenden Museums eher schwierig.

3. Chancen: Es gibt drei „Meistertracker“ in der Community, die noch wirklich etwas vom Spurenlesen und vielen anderen traditionellen Fertigkeiten verstehen. Nach Auskunft der ASLF gehören die drei besten Spurenleser Südafrikas zu einer der von uns besuchten Familien, die großes Interesse am Konzept des Lebenden Museums demonstriert haben.

4. Mögliches Vorgehen: Es wurde viel über ein konkretes Vorgehen gesprochen. Zuerst aber müssen sich die Communities zusammenfinden und einige müssen beweisen, dass sie zusammenarbeiten und wirklich das Lebende Museum voranbringen wollen. Dann wäre es eine Möglichkeit diese #Khomani ins Nharo-Museum einzuladen und ihnen dort die Funktionsweise eines Lebenden Museums zu demonstrieren und für sie einen traditionellen Workshop zusammen mit den Nharo und Ju/’Hoansi-San anzubieten. Finanzen dafür könnte die ASLF finden.

5. Ideen: Wir diskutierten auf den langen Autofahrten über vielerlei Dinge. Die Idee, die uns nun gekommen ist: LCFN könnte international werden! Warum auf Namibia beschränken, wenn internationale Kooperationen möglich sind (so lang sie von Organisationen bezahlt werden, die uns dazu einladen)? Man kann über Möglichkeiten von Lebenden Museum auf der ganzen Welt nachdenken. Überall gibt es arme Communities in Gebieten, die touristisch genutzt werden. Überall gibt es schwindende, faszinierende Kulturen, deren Erhalt man in Lebenden Museen fördern könnte.

„Straße nach Grashoek“ - Infrastrukturinvestition in das Lebenden Museum der Ju/‘Hoansi

Ein Teil der „geschotterten“ Straße nach Grashoek: Sieht nach wenig aus, ist aber Kleinwagen-sicher!Im letzten Jahr erreichte uns eine sehr großzügige Geldspende, die direkt in die Infrastruktur des Lebenden Museums von Grashoek und in die dortige Schule einfließen sollte.

Nach einigen Überlegungen entschlossen wir uns einen Teil der Spende in die Sandstraße, die von der Schotterpiste zum Lebenden Museum abzweigt, zu investieren, um auch Touristen ohne Geländewagen einen Zugang zum Museum zu ermöglichen. Durch diese Maßnahme kann man mit einem erhöhten Besucherstrom und Einkommen für das Ju/’Hoansi Lebende Museum rechnen.

Ca. 400 Meter der „Pad“, die besonders schwierig zu befahren war, wurde durch einen Subunternehmer mit Schotter befüllt, um so den feinen Sand, in dem zahlreiche Touristen und auch die größeren Busse regelmäßig stecken blieben, zu bezwingen. Momentan arbeiten einige Arbeiter auch wieder an einer Verbreiterung und Verbesserung der restlichen Strecken.

Unsere Mitglieder - Claudia, Alina und Hermann

Kxore und AlinaAn dieser Stelle möchten wir zukünftig die Gelegenheit nutzen, um einige Mitglieder unseres Vereins in Deutschland vorzustellen, die sich immer wieder aktiv und mit viel Einsatzfreude für die LCFN und die Kultur in Namibia stark machen. Heute starten wir mit Claudia, Alina und Hermann.

Claudia Astl bereiste Namibia schon Anfang der 90er. Jetzt ist ihre Tochter Alina auch schon viermal in dem Land gewesen. Ihre Liebe zu Namibia und die langjährige Freundschaft zu Kathrin, Vorstandsmitglied in Namibia, ließen sie keine Sekunde zögern, sich für unsere Organisation einzusetzen und stark zu machen.
Hermann und ClaudiaAlina, die sich 2007 mit Kxore aus dem Lebenden Museum der Ju/’Hoansi in Grashoek anfreundete und von ihr auch lernte, wie man aus Straußeneierschalen Schmuck herstellt, ist immer mit dabei, wenn Claudia Infostände auf Festivals organisiert und zeigt - während ihre Mutter über die Projekte der LCFN informiert - wie man fachgerecht die Straußeneier bearbeitet. Seit 2010, zum ersten Mal in Namibia, ist auch Claudias Mann Hermann vom Namibiafieber infiziert und hilft dabei, die Arbeit der LCFN in Deutschland an die Öffentlichkeit zu bringen. So sind unter anderem schon einige Titelseiten in Lokalzeitschriften um Bremen und Fernsehinterviews entstanden. Weitere Projekte sind schon in Planung. Kunsthandwerkermarkt im Herbst und 2011 großes Sommerevent mit Bogenschießen und Vorträgen.

Kooperation mit Scintille

Die neue LCFN Broschüre in Kooperation mit Scintille!Bereits vor zwei Jahren gab es eine Kooperation zwischen der LCFN und der befreundeten italienischen Entwicklungsorganisation „Scintille“ von Gianluca Massalini. Damals finanzierte Scintille einen dringend notwendigen Wassertank für das Dorf Grashoek. Nun beteiligte sich Scintille wieder an einigen Initiativen der LCFN.

Unter anderem wurden Straßenschilder für das Nharo-Museum finanziert und vor allem eine Marketingaktion für die Lebenden Museen. Scintille spendete knapp 430 € für die Herstellung von 5000 hochwertigen 8-Seiten-Broschüren für die Lebenden Museen in Namibia. Darin ist jedes Lebende Museum beschrieben, sowie das Konzept der Lebenden Museen erklärt. Dies wird einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Lebenden Museen in Namibia noch bekannter zu machen.

Wir bedanken uns herzlich bei Gianluca Massalini und seiner Organisation Scintille. Weiter Informationen finden Sie auch hier: www.scintille.org

Spendenaktion in Deutschland

Eine Aktion der besonderen Art organisierten unsere Förderer Olaf und Ursula Menzel im Juni diesen Jahres. Im Rahmen ihres gemeinsam gefeierten 65. Geburtstages forderten sie alle Gäste dazu auf, kein Geld für Geschenke auszugeben, sondern etwas in den bereit gestellten Spendentopf für die LCFN zu stecken. So kamen insgesamt 650 € zusammen!

Aktionen dieser Art sind großartig, denn es wird nicht nur Geld für die Entwicklungsarbeit der LCFN gesammelt, es wird zudem auch noch über unsere Arbeit informiert und die Menschen werden an einer guten und nachhaltigen Art von Entwicklung beteiligt.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Olaf und Ursula und wünschen ihnen nachträglich im Namen der LCFN noch alles Gute zum Geburtstag.

Werden Sie Fördermitglied!

Möchten Sie uns mit einem jährlichen oder monatlichen Förderbeitrag unterstützen und so Fördermitglied der Living Culture Foundation Namibia werden? Sie erhalten dafür von uns die DVD „Das Lebende Museum von Grashoek“ kostenlos zugeschickt.

Wie werde ich Fördermitglied?

1. Richten Sie einen Dauerauftrag bei ihrer Bank zu Gunsten unseres Kontos ein und schicken uns ihre Daten per Brief oder Email.
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2. Laden Sie unser Formular zur Förder-mitgliedschaft bei uns im Internet runter. Dort finden Sie alle weiteren Informationen.
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Lange Fischerstraße 31
39590 Tangermünde
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Konto: 3060011566,
BLZ: 81050555,
Kreissparkasse Stendal
Verwendungszweck: Förderer

 

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