Das Lebende Museum der Ju/'Hoansi-San wird unterstützt und empfohlen von der Living Culture Foundation Namibia (LCFN). Für weitere Informationen >>> www.lcfn.info
Das Lebende Museum der Ju/'Hoansi-San - Info
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Die San in Namibia

In den Rahmenbedingungen einer globalisierten Welt, die auch das Leben der Menschen im südlichen Afrika fundamental beeinflusst, sind es im Besonderen die San (Buschleute), die große Probleme haben, sich an die marktwirtschaftlichen Anforderungen der namibischen Alltagswelt zu gewöhnen. Verursacht wird dies neben der politischen Vernachlässigung der verschiedenen San-Gruppen, nicht zuletzt durch den, im kulturellen Gedächtnis noch präsenten Nomadismus, sowie den Mangel an Erfahrungen mit haushalterischen Fähigkeiten. Viele San, wie beispielsweise die Ju/Hoansi, betteln, lungern herum, verfallen dem Alkohol oder ergeben sich der zu Anfang schon beschriebenen Kräfte zehrenden Untätigkeit und Lethargie. Einige aber verlassen diese gewohnten Wege und suchen sich Arbeitsstellen.

Der Anfang des Lebenden Museums

So auch Ghau N!aici aus Grashoek, einem kleinen Dorf am Rande des riesigen Kalahari-Beckens, der sich Anfang 2004 glücklich schätzen konnte, auf den namibischen Tourguide Werner Pfeifer zu treffen. Letzteren beschäftigte nach Aufenthalten in Deutschland, England, Dänemark und Schweden schon geraume Zeit der Gedanke an die Etablierung eines Freilichtmuseums in Namibia nach Art der europäischen Lebenden Museen. Kurze Zeit später diskutierten Kultur-Experte Pfeifer und Lehrer N!aici das Konzept des „Lebenden Museums“ und entwickelten eine namibische Adaption, die in der Lage sein könnte, das Leben der Ju/Hoansi beispielhaft zu repräsentieren.

Allen Stereotypen von der Organisationsmüdigkeit der San zum Trotz gelang es Ghau N!aici mit Unterstützung einiger Ju/Hoansi binnen kürzester Zeit ihre eigenen Ideen kreativ zu vereinigen und in die Tat umzusetzen. Sie bauten etwas abseits ihres Dorfes zwei traditionelle Hütten, die das Zentrum einer jeden Ju/Hoansi-Nomadensiedlung bilden, fertigten Schmuck und Waffen, erinnerten sich ihrer Tänze, Gesänge und Rituale und arbeiteten verschiedene Programmpunkte aus, die sie einmal interessierten Gästen präsentieren könnten. Als Pfeifer das nächste Mal in Grashoek vorbeischaute, war er beeindruckt vom Fleiß und vom Arbeitsmut der Ju/Hoansi. „Die San hatten sogar einen kleinen Campingplatz für die Besucher angelegt, ohne Wasser und Toiletten zwar, dafür aber schön gelegen auf einer kleinen Lichtung im Busch nahe des Lebenden Museums“ erklärte Pfeifer.

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