Kontextuelle Einordnung des Konzeptes "Lebende Kulturen" In die Entwicklungszusammenarbeit
Im Rahmen des Konzeptes „Lebende Kulturen“ wird die Living Culture Foundation Namibia die Menschen in den zu entwickelnden Gebieten nicht mit Lösungen zu versorgen, sondern ausschließlich mit Ideen.
Das Programm der LCFN nimmt die in der Entwicklungspolitik nur am Rand fokussierten Prinzipien der kulturellen Eigenentwicklung als Basis einer funktionalen Entwicklungszusammenarbeit. Das Modeprinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ spielt diesbezüglich eine entscheidende Rolle, wird aufgrund des häufigen Gebrauchs im Zusammenhang mit allen möglichen auch gescheiterten Entwicklungshilfeprojekten jedoch nicht als Parole für die Entwicklungsarbeit der LCFN verwendet.
Die der LCFN zur Verfügung stehenden Gelder werden im Rahmen des Prinzips des geringen Finanzaufwandes direkt in Projekte investiert und stehen keiner staatlichen Haushaltsunterstützung zur Verfügung. Dem entwicklungspolitische Problem der "Projektitis", also der geringen Flächendeckung einzelner Projekte wird durch die Etablierung eines umfassenden Netzwerkes traditioneller Projekte in vielen Teilen Namibias begegnet.
Durch die Einbindung von Projektträger und besonders von Autoritäten innerhalb der Projektgruppe wird echte entwicklungspolitische Zusammenarbeit erreicht. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang weiterhin, dass durch die Tatsache, dass die eigentlichen Entwicklungshelfer aus der zu entwickelnden Kultur selbst stammen, jegliche interkulturellen Probleme & Schwierigkeiten entfallen. Abschließend lässt sich sagen, dass es der Anspruch der LCFN ist, die Ursache der Armut direkt zu bekämpfen und nicht die zahlreichen Folgen.
Innerhalb des United Nations Millenium Projektes und ihrer MDGs (Millenium Development Goals) wird durch das Konzept „Lebende Kulturen“ die Verwirklichung der Ziele 1, 3, 4,5 und 7 direkt und indirekt unterstützt.
Unterstützung der Verwirklichung folgender Millenium Development Goals (MDGs)
Beseitigung von extremer Armut und Hunger (Pkt. 1):
Dies geschieht durch die Schaffung neuer Einkommensquellen. Dadurch werden lokale Ressourcen und die lokale Wirtschaft gestärkt. Durch diese Entwicklung wird indirekt die Verwirklichung folgender MDGs unterstützt:
Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen (Pkt. 3):
Frauen sind Träger der traditionellen Kultur und das vermittelnde Bindeglied zwischen den Generationen. Durch das Verständnis des kulturellen Ursprungs einer Sprachgruppe wird der Rolle der Frau eine größere Bedeutung zugemessen werden. Durch die Stärkung lokaler, selbst verwalteter Wirtschaft kann eine Gleichstellung der Geschlechter besser erreicht werden, als durch bisherige Arbeitspolitik in Namibia, zum Beispiel die Entsendung männlicher Arbeitskräfte aus den kommunalen Gebieten in die Städte.
Reduzierung der Kindersterblichkeit (Pkt. 4) & Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern (Pkt. 5):
Durch ein höheres Einkommen und eine bessere Versorgung mit Wasser, Nahrungsmitteln und Medizin wird sich die generelle Versorgung der Mütter erhöhen, so zum Beispiel auch in ländlichen Gebieten, die sonst nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren können. Durch eine bessere Versorgung der Mütter wird sich die Kindersterblichkeit in den ersten Lebensmonaten reduzieren. Durch die besseren Möglichkeiten auf Ressourcen zuzugreifen, besonders in Bezug auf Nahrung und Wasser, wird sich die Kindersterblichkeit generell reduzieren.
Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit (Pkt. 7):
Durch die authentische Darstellung der traditionellen Kultur wird ein Bewusstsein geschaffen, dass ein Projekt und finanziell erfolgreiches Unternehmen durch die ausschließliche Verwendung natürlicher, in der Umgebung der Gruppe wachsender Ressourcen erschaffen werden kann. Ferner wird durch die Beschäftigung mit der kulturellen Tradition und durch das Verständnis des kulturellen Ursprungs ein Bewusstsein für die Bedeutung der Sicherung wichtiger natürlicher Ressourcen kreiert. Dies trägt entscheidend zum Verständnis der Bedeutung ökologischer Nachhaltigkeit bei.


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