

Weiterführende Programme
Die weiterführenden Programme haben ergänzenden Charakter. Sie werden nicht primär umgesetzt, sondern bilden meist zukünftige Alternativen zur Lösung sozialer Probleme und zur Verbesserung der kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Situation Namibias.
1. Förderung kommunaler Strukturen
Kommunale Strukturen können dann von der Living Culture Foundation Namibia gefördert werden, wenn sie Unterstützung für ein Projekt des Kulturnetzwerkes bieten. Dies können beispielsweise kleine Campingplätze sein, die Auftrittsmöglichkeiten für traditionelle Sing- und Tanzgruppen bieten. Dies kann aber auch Hilfe bei der Errichtung von Infrastruktur und ähnlichem für ein Lebendes Museum sein.
Die Förderung kommunaler Strukturen wird allerdings vorerst in sehr kleinem Rahmen und ausschließlich nach den Basisprinzipien der LCFN geschehen. Auch hier haben Eigenverantwortung, Partizipation und ein geringer Finanzaufwand höchste Priorität.
2. Forschung zu traditionellen und modernen Kulturen
Im Rahmen ihrer Möglichkeiten kann die LCFN Forschungsvorhaben zu traditionellen und modernen Kulturen in Namibia unterstützen. Motivierend hierfür ist die Tatsache, dass über einige Kulturen Namibias, wie beispielsweise über die „Damara-Kultur“ nur sehr wenig bekannt ist und noch dazu immer mehr Teile ihrer ursprünglichen Kultur in Vergessenheit geraten. Umkehrbar ist dieser Prozess mit Hilfe der Beschäftigung der Sprachgruppen mit ihrer Tradition, wie im Konzept „Lebende Kulturen“ näher beschrieben, aber auch mit Hilfe von ethnologischen Feldforschungen und der wissenschaftlichen Beschäftigung mit ihrer gegenwärtigen Kultur. Beispielsweise ließen sich so heute noch ihre Verwandschaftsbeziehungen durch Dialektstudien belegen oder ihre traditionelle Wanderwege klären, um auf frühere Verbreitungsgebiete zu schlussfolgern. Untersuchungen wie diese werden in Zukunft immer schwieriger bis fast unmöglich sein, weshalb es an der Zeit ist, die betroffenen Sprachgruppen aus heutiger, akademischer Sicht zu untersuchen. Es ist somit zu hoffen, dass die LCFN in Zukunft Forschungsaufträge und -stipendien für eine zeitgemäße Ethnologie und Kulturanthropologie vergeben kann, die auch zur Klärung vieler alter Missverständnisse in Bezug auf das traditionelle Selbstverständnis einer Sprachgruppe beitragen können.
3. Zusätzliche Untersuchungen und Förderung der traditionellen Kultur
Traditionelle Kultur und traditionelle Kunst kann auch abseits ihrer authentischen Darstellungen in Lebenden Museen, Sing- und Tanzgruppen und durch individuelle Künstler gefördert und neben der akademischen Forschung durch die LCFN untersucht werden. Möglichkeiten hierfür wäre zum Beispiel die Förderung von Filmen und Reportagen über Ursprünge und traditionelle Aspekte namibischer Sprachgruppen. Auch Ausstellungen sind geeignet, um traditionelles Wissen zu transportieren, so zum Beispiel um auch Menschen zu erreichen, die nicht die Möglichkeit haben, ein Lebendes Museum, etc. besuchen zu können. Weitere Projektvorschläge können mit interessierten Namibiern konzipiert werden.
4. Untersuchung und Förderung der namibischen Gegenwartskultur
Nicht nur die traditionelle Kultur ist im Interesse der LCFN. Wenn möglich wird die Organisation auch die namibische Gegenwartskultur und ihre Ausdrucksweisen in der Gegenwartskunst untersuchen. Dabei ist für die LCFN von besonderem Interesse, wie der Transport der Tradition in die Moderne bildlich und sprachlich umgesetzt wurde. Dazu kann sowohl die Analyse als auch die Förderung von Bildhauerei, Malerei, Theater, Film, Musik und Literatur, etc beitragen. Praktisch kann dies durch die Organisation von Ausstellungen und Konzerten, durch die Durchführung von Workshops, etc geschehen.
Gerade in der namibischen Hauptstadt Windhoek, die einen multikulturellen Treffpunkt in der Mitte Namibias bildet, können Gegenwartskultur- und Gegenwartskunst auch zu einem interkulturellen Verständnis und zum Aufbau von Toleranz zwischen den, nicht selten durch Vorurteile belegten, Sprachgruppen Namibias beitragen.
5. Förderung eines interkulturellen Dialogs in Namibia
Die eben angesprochenen Vorurteile und Stereotype, die in Namibia noch immer, nicht nur zwischen Schwarz und Weiß, sondern auch unabhängig von Hautfarben zwischen vielen Sprach- und Kulturgruppen bestehen, können auch durch die Förderung eines interkulturellen Dialoges, der von der LCFN initiiert werden soll, abgebaut werden. Dazu wird die deutsch-namibsiche Organisation im Rahmen ihrer Möglichkeiten diesbezüglich Aufklärungsinitiativen, sowie Schul- und Erwachsenenbildung unterstützen. Idealerweise soll hierfür eine enge Zusammenarbeit mit der namibischen Politik und Wirtschaft, sowie mit Bildungsinstitutionen entstehen.
6. Öffentlichkeitsarbeit zu Themen der kulturellen Entwicklungspolitik
Zur Verbesserung weiterführender Möglichkeiten der bi- und multilateralen Entwicklungspolitik wird sich die LCFN dafür einsetzen, in Namibia und in den Geberländern einen Dialog zur Verbesserung der Entwicklungszusammenarbeit zu fördern. Dazu sollen repräsentative Umfragen und Forschungen zum Nutzen und im Besonderen zur Nachhaltigkeit der Entwicklungspolitik in Namibia durchgeführt werden. Dies kann ebenfalls durch eine enge Zusammenarbeit mit der namibischen Politik und Wirtschaft, sowie mit Bildungsinstitutionen, wie der University of Namibia erreicht werden.


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